Fuck you Coca-Cola!

von JT  

Was haben Nestlé und Cocal-Cola gemeinsam?

Richtig, sie kaufen weltweit Wasser-Schürfrechte auf und verkaufen der enteigneten Bevölkerung deren Trinkwasser in umweltfeindlichen Plastikflaschen zurück, zu weit überteuerten Preisen. Jetzt wittert Coca-Cola offenbar, dass sie ein Imageproblem bekommen. Daher haben sie sich diese Kampagne ihrer Wassermarke Glacéau ausgedacht, verbreitet u.A. über inhabit.com, einer Seite, die neue umwelfreundliche und alternative Techniken vorstellt.

Sie sollten sich schämen, die Wasserdiebe von Nestlé und Coca-Cola. Anstatt mit dumm-dreisten Imagekampagnen wie dieser von CC auf die noch größere Dummheit der Konsumenten zu bauen, sollten sie den vom Taifun Haiyan schwer getroffenen Philippinos lieber ihr zusammengeraubtes Wasser schenken und RICHTIGE Lampen spenden.

Wer immer sich bei Coca-Cola diese Image-Kampagne ausgedacht hat, er oder sie sollte besser den Job wechseln. Für gute Werbung braucht man nämlich Hirn.

ADS/ADHS eine Krankheit der Gesellschaft, nicht der Kinder ?

von JT  

Zappelphillippe werden sie genannt, schwer erziehbar, Unruhestifter. Dabei sind sie gerade mal wenige Jahre auf dieser Welt, eine Welt, die neugierig macht, die es aus Sicht des Kindes zu entdecken und auch mal zu besiegen gilt. Aber in der heutigen Zeit haben Kinder kein Recht mehr auf Siege. Kein Recht mehr, NICHT stillsitzen zu wollen, weil sie viel lieber das Leben entdecken- oder Spielen-, ihre Grenzen ausprobieren- oder sich mit vermeintlichen Autoritäten messen wollen. Das machen kleine Rebellen eben so, die, die das Glück haben, unangepasst zu sein. Denn SIE sind es oft später, die Neues hervorbringen, die Welt verändern oder sie mit großartigen Kunstwerken verschönern. Sie, nicht die Gehorcher und Stillsitzer! Jüngst las ich, dass Albert Einstein bis zum 9. Lebensjahr nicht richtig sprechen konnte und seine Eltern sich deshalb Sorgen machten, dass er zurückgeblieben sei. Heute hätte ein Albert Einstein keine Chance mehr. Sein Genie würde schon im Keim erstickt, sein Geist in einer Sonderschule verkümmern. Auch andere geniale Entdecker, Maler und Musiker galten als schwiederig, unruhig oder schwer erziehbar (Mozart, Newton...). Man hatte sie aber einfach gelassen. Es war ganz sicher lästig und anstrengend, aber galt nicht als krank! Heute dagegen würde man sofort ADS/ADHS diagnostizieren und sie mit Neuro-Psychopharmaka wie Ritalin vollpumpen. Ein Mittel, das zwar nicht körperlich abhängig macht, aber im dringenden Verdacht steht, psychisch abhängig zu machen. Ein "Medikament", welches zudem mit einer Vielzahl von erwiesenen Nebenwirkungen behaftet ist, von denen jede Einzelne z.T. das Potential einer Krankheit hat. (Die Langzeitnebenwirkungen sind noch gar nicht erforscht.)

Kinder sind Energiebündel, kleine, bis zum Überlaufen mit Lebensenergie gefüllte Akkus. Diese Energie braucht ihren Platz, die will raus, die will sich entfalten. Wo aber soll sie hin, in einer Zeit, in der Individuen nicht mehr individuell sein dürfen, in der bereits im Kindesalter nur noch Leistung und Gesellschaftskompatibelität gefragt und antrainiert werden? Eine Zeit, welche Genies in Sonderschulen steckt, oder sie mit Chemie ruhigstellt, zum Wohle von Pharmakonzernen wie Novartis, welche 1,7 Milliarden Euro Umsatz mit Ritalin pro Jahr machen, Tendenz steigend (wahrscheinich auch, weil es aufgrund seiner Psychostimulanz gerne als legaler und billiger Kokainersatz gehandelt wird).

Ich hatte das Glück, meine Kindheit in den 60ern zu verbringen. Anstatt dem medialem Overkill durch 120 TV-Kanäle, Internet, Wii, Playstation und Computergames zu frönen, verbrachte ich einen Großteil meiner Freizeit in Wäldern oder an Seen. Ich fuhr bis zu 70Km am Tag mit dem Rad, einfach nur so, weil mein bis zum Rand gefüllter Akku mir das befahl. Zuhause konnte ich mich obendrein in der Bildhauerwerkstatt meines Vaters austoben, aus Ton unzählige Figuren formen oder mit Hammer und Pickel aus Kupferblech nicht immer nützliche Gegenstände treiben. Doch all das reichte manchmal nicht. Es war nicht selten immer noch zuviel Lebensenergie da, zum Leid so mancher Lehrer. Aber auch die schleiften mich deswegen nicht zum Psychologen, sondern gingen mit mir und anderen unsteten Geistern auf den Sportplatz, oder in den Musikraum, um herauszufinden, ob es nicht irgendwelche Instrumente gab, an welchen wir uns ausprobieren wollten. So lernte ich schliesslich mit 13 Jahren Trommeln (sogar nach Noten) und finanzierte später mein Kommunikations-Wissenschaft, Informatik- und Journalistik-Studium damit.

Es war einfach eine andere Zeit. Kindern gegenüber war man offenbar toleranter, nachsichtiger. Viele Lehrer waren robuster, ausdauernder und geduldiger, als heutige Lehrer. Vielleicht waren sie aber auch einfach nur besser ausgebildet? Jedenfalls wäre keiner auf die Idee gekommen, ein Kind, nur weil es nicht gehorcht, weil es unkonzentriert und lebhaft ist oder unsinnige Dinge anstellt, gleich krank zu schreiben und mit Psychopillen vollzustopfen. Es war schlicht und einfach normal, dass Kinder so sein können! Man wusste offenbar instinktiv auch um die Vorteile einer solchen Persönlichkeit und auch, dass das irgendwann wieder vorbei sein kann.

Nach heutigen Maßstäben hatte ich als Kind eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) par excellence. Wäre ich 40 Jahre später geboren worden, wäre aus mir wahrscheinlich nicht das geworden, was ich heute bin. Ich danke aber dem Leben, dass es mich nicht in eine so kinderfeindliche Zeit geboren hat, sondern in eine Zeit, in der Kinder noch Kinder sein durften. Eine Zeit, in der es noch Fächer wie Musik, Werken und Schwimmen gab, gleichberechtigt neben Mathe, Physik und Chemie (Fächer, die 98 Prozent der Bevölkerung im späteren Leben nicht brauchen). Eine Zeit, in der es nicht nur darum ging Menschen heranzuzüchten, die später der Mehrung des Bruttosozialproduktes dienlich sind. Eine Zeit, in der vielleicht auch Eltern anders waren, robuster, ausdauernder, geduldiger? Und ich danke meinem Vater, dass er sich sehr lange geweigert hatte, einen Fernseher anzuschaffen!

Denn wahlloses Glotzen verblödet. Die RTL- und Pro7-Junkies mit dem IQ einer Küchenschabe könnten ein Lied davon singen. Könnten - wenn sie Musikunterricht gehabt hätten!

Umbauschäden (Blog)

von JT  

Liebe Leserinnen und Leser meines Blogs,

der Blog ist umgezogen und beim Umzug sind einige Buchstaben verloren gegangen, bzw. sind nicht mehr identifizierbar. Ich werde die Beiträge alle überarbeiten und reparieren, das kann allerdings eine Weile dauern. Wer also "â??PaÜt!â??" liesst, braucht ein bisschen Fantasie um zu erkennen, dass es eigentlich "hey, schöne Frau, wie war ihr Tag?" heißen soll ;)

Best, Jens

Wenn Firmen in Sachen Social-Media versagen

von JT  

Die Aufgabenstellung beim "I'm so...Bananas" Fotowettbewerb von S.Oliver war eigentlich sehr einfach und unmissverständlich: "Zeig wie einzigartig Du bist". Teilnehmen konnte man mit einem Foto oder Video, zu gewinnen gab es die Erfüllung eines Wunsches im Wert von 10.000€. Beispielbilder von bunt gestylten Models sollten den Teilnehmern zeigen, was gemeint ist.

Aufgabenstellung


Die Jury handelte schnell. Am 6.6.2013 war nicht nur Einsendeschluss, sondern auch der Tag der Siegerverkündung. Doch wer hier das Siegerfoto erwartet hatte, wie es bei Fotowettbewerben üblich ist, der wurde enttäuscht. Lediglich Name und Stadt der Gewinnerin wurden bekannt gegeben.

Gewinnerin


Obendrein schrumpfte S.Oliver die einstige Galerie von 1248 Teilnehmern runter auf magere150, das Siegerfoto ist bei dieser sinnfreien Auswahl nicht dabei. Keine Chance also, das Gewinnerbild  zu bewundern? Doch! Aber nur, weil ein aufmerksamer User auf der Facebookseite von S.Oliver die Url des Siegerbeitrages veröffentlicht hat. Und dieses Foto hatte mit der Aufgabenstellung des Wettbewerbs absolut nichts zu tun. Zu sehen war ein gebasteltes Holzfloss mit Playmobilfiguren, eine Packung Bresso-Käse und ein Segel mit der Aufschrift "Bresso":

Gewinnerbild


Wäre das Thema "Zeig uns deinen Lieblingskäse" gewesen, hätte wohl keiner was gesagt, aber die Aufgabenstellung hieß, ich wiederhole, "Zeig wie einzigartig Du bist". Thema voll verfehlt kann man da nur sagen und dabei gab es zahlreiche, wirklich gute, z.T. perfekt zum Thema passende Fotos, die aber alle chancenlos blieben. Eine Anfrage eines Users über Facebook, warum denn das Siegerbild nicht gezeigt wird, blieb ebenso unbeantwortet, wie die Frage eines anderen Users, warum denn ein Bresso-Bild gewonnen hat? Offensichtlich war S.Oliver auf die Bekanntgabe des völlig verfehlten Gewinnerfotos nicht vorbereitet gewesen.

S.Oliver dürfte bei diesem Fotowettbewerb so ziemlich alles falsch gemacht haben, was man nur falsch machen kann. Erst sinnloses, leicht zu manipulierendes Voting, um in die Schlussauswahl zu gelangen. Dann die Wahl eines Siegerbildes, welches völlig am Thema vorbeiging, gefolgt von der Weigerung das Gewinnerfoto zu veröffentlichen. Und schlussendlich, als Krönung sozusagen,  die nicht stattfindende Kommunikation mit zu Recht verwunderten Usern und Teilnehmern. Allein das Nichtbeantworten von Fragen ist ein absolutes No-Go im Social-Media Umfeld. Wer immer diesen Wettbewerb zu verantworten hat, der Mangel an Kompetenz ist nicht zu übersehen. Alles was S.Oliver in Sachen Social-Media auf Facebook und Twitter derzeit zu bieten hat, sind Werbeanzeigen für neue Produkte. Statt Kommunikation und Austausch mit den Usern, nur Claims und bunte Bildchen. DAS hat aber mit zeitgemäßem Social-Media nichts zu tun.

Wer den Dialog mit den Userinnen und Usern auf Facebook & Co. vernachlässigt, hat verloren und zwar nachhaltig. Und wer seine Fans mit schlecht betreuten (fingierten?) Gewinnspielen (ent-)täuscht, erst recht.Werbeagenturen sollten aufhören, die Sparte Social-Media  ihren gerade dem Minderjährigenalter entwachsenen PraktikantInnen zu überlassen. Das kann böse nach hinten losgehen. 


Hier ein paar gelungenere Beiträge zum s.Oliver-Wettbewerb:

gelungenere Beispiele

Von Gottesanbetern, Fliegen und Fröschen

von JT  

Auf einer meiner zahlreichen Zugfahrten wurde ich unfreiwillig Teilnehmer einer Diskussion. Ein Vierertisch mit Mitgliedern einer Kirchenorganisation reiste gen Osten und diskutierte lebhaft über Gott den Sinn des Lebens. Ich halte nicht viel von solchen Diskussionen, weil nicht diskutiert, sondern wiedergekäut wird. Antworten, eintrainiert in zahllosen Gehrinwäscheabenden im Jugendzentrum der Kirche. “Glauben Sie an Gott?” wurde ich auch prompt gefragt. Höflich, wie ich bin, entgegnete ich: “Auf jeden Fall. Hab ihm erst letzte Woche ne Mail zukommen lassen, wo ich ihn ermahnte, endlich mal Verantwortung zu zeigen, für das Elend hier auf der Erde". Ich dachte, ich hätte mit dieser Totschlagantwort gleich wieder Ruhe, um meinen Film weiter zu sehen, aber denkste. Das waren Hardkore-Jesus-People (ich weiss, es wird anders geschrieben, aber die Sicherheitsregeln verbieten Hardkore mit “c") und jetzt legten sie erst richtig los (ein Opfer, ein Opfer! Der Herr hat uns ein Opfer geschickt!!).

Zuerst versuchten sie, mit Logik meine Zweifel an Gott zu zerstreuen. Einer von ihnen erklärte in bestem Schulmeisterton, dass, wenn die Einzelteile einer Sache Sinn machten, es doch logisch sei, dass auch die Sache ansich Sinn mache? Deshalb gäbe es einen Sinn des Lebens und der führe zu Gott. Als Beispiel diente die arme Fliege und der Frosch. Die Fliege mache Sinn, weil sie dem Frosch als Nahrung diene. Der Frosch wiederum mache Sinn, weil er dem Storch als Nahrung diene. “Und der Storch macht Sinn", unterbrach ich, “weil er die Kinder bringt". “Der Storch macht Sinn", so eine etwas beleidigt wirkende Jüngerin, “weil er uns Freude bringt und somit Kraft. Gott will, dass es uns gut geht!".  “Ob er auch will, dass es all denen gut geht, die nicht das Glück haben, im Storchenparadies zu leben? Oder denen, die gerade massakriert oder gefoltert werden? Oder denen, die an einer üblen Krankheit leiden?", fragte ich, ohne wirklich an eine Antwort zu glauben, die nicht das Resultat ausdauernden Drills im Jesus-Camp ist. “Vielleicht haben diese Menschen gesündigt und das ist jetzt ihre Strafe?", säuselte es kirchenkonform vom Viererertisch. ” Ich packte meine Sachen und stieg innerlich den Kopf schüttelnd in den IC nach Berlin um.

Zuhause dachte ich darüber nach, warum mich solche Fundies so nerven. Es ist nicht meine Aversion gegen idiotische Vorschriften, wie auch der, dass man als glaubender Mensch nur das glauben darf, was einem die Kirche vorschreibt, egal welcher Konfession. Es ärgert mich, wenn Menschen beabsichtigen, meine Intelligenz zu beleidigen. Wenn sie mir tatsächlich ihre kindlichen Vorstellungen von Gott und der Welt unterzujubeln versuchen. Allen Gottesanbetern scheint Eines gemeinsam: Eine geradezu bemitleidenswerte Naivität. So auch diesen jungen Menschen. Dabei ist es doch ein Leichtes, sich eigenständig und aus sich heraus ein Bild von Gott und der Welt zu machen, das sich unter Umständen von denen Anderer unterscheidet? In einer Welt, die es irgendwann mal möglich macht, durch Triggern entsprechender Nervenbahnen, völlig neue, individuelle Realitäten zu schaffen - basierend auf dem Fakt, dass die Realität, wie wir sie wahrnehmen (sehen, fühlen, hören, riechen, schmecken), nichts weiter ist, als die Summe von Nervenimpulsen - es sogar nahe liegt, an Gott zu glauben, auch weil unsere zunehmende Entdeckung des Universums einen Zufall immer unwahrscheinlicher und einen Gott somit immer wahrscheinlicher werden lässt.

Dabei ist es selbstverständlich egal, ob ein, zwei oder eine Vielzahl von Göttern. Die klassische Welt war da schon deutlich weiter, viel toleranter und moderner. Aber was soll nach 2000 Jahren Unterdrückung und Domestizierung durch Kirche und Staat noch übrigbleiben, vom eigenen, freien Geist, der sich nicht vorschreiben lässt, was er denkt und glaubt? Allein die Tatsache, dass mehr Aufmerksamkeit in die Wahl eines neuen Papstes gesteckt wird, als in die Massenhinrichtungen und -Morde in den aktuellen Krisengebieten zeigt, dass, wenn es einen Gott gibt, er endlich Hirn und Demut vor dem Leben regnen lassen sollte.

Sollte jedenfalls MIR jemals Gott begegnen, werde ich mein Statement wiederholen. “Hi Alter, schön dich genialen Geek endlich mal persönlich kennen zu lernen. Aber bei aller Liebe zu deiner Schöpfung, du solltest langsam mal lernen, Verantwortung zu zeigen. Dein Ebenbild zerstört die Erde und massakriert sich gegenseitig, z.T. in deinem Namen, und du schaust dabei zu, als ginge es dich nichts an!”

Sollte Gott diesen Blog zufällig lesen, ist er zumindest gewarnt ;)

Kabel Dummland, oder das Abenteuer sich von Anfängern einen Internetanschluss legen zu lassen

von JT  

 Internetanschluss bei Kabel Deutschland bestellt. Wenige Tage später Mail von Kabel Deutschland, dass das “Paket” zu mir unterwegs sei. Mail an Kabel Deutschland, welches Paket denn unterwegs sein soll, habe noch nicht mal einen Kabelanschluss?

Keine Reaktion von Kabel Deutschland.

Nach 14 Tagen erneute Mail von Kabel Dummland, dass jetzt alles geliefert worden sei und ich den Router anschliessen könne. Ein Link zum HowTo-Video anbei. 

Ich schreibe erneut an Kabel Deutschland,  dass  weder ein Router bei mir angekommen ist, noch ein Kabelanschluss existiere, an den ich einen Router hätte anschliessen können, das müsse Kabel Deutschland doch bekannt sein?

Keine Reaktion von Kabel Deutschland.

Wenige Tage später spamartige Aufforderung von Kabel Deutschland, per Mail und SMS, ich möge endlich meinen Router anschliessen, sonst könne man mein Internet nicht freischalten.

Morgen werde ich beim Kabel Kinderland anrufen und mich durch ein 3 minütiges Sprachmenü durchkämpfen,  um dann einer völlig unwissenden und überforderten Callcenter-Chika im Erstklässler-Einschulungsdeutsch (um ja sicher zu gehen, dass man mich diesmal versteht) zu erklären, dass der Verein, für den sie leider arbeitet, besser auf dem Wochenmarkt heisse Maronen
verkaufen sollte, als Internet und Telefon Komplettpakete.

Update: Kabel Dummland Teil 2:

Nachdem Kabel Dummland es irgendwann kapiert hatte, dass sie uns erstmal einen Kabelanschluss LEGEN müssen, bevor sie diesen dann mit Internet beschalten können, haben sie uns 14 Tage später den Auftrag storniert, mit der Begründung, wir hätten uns ja nicht mehr bei ihnen gemeldet !? Muss man sich bei Kabel Dummland 1x pro Woche melden, um sie daran zu erinnern, dass sie uns einen Kabelanschluss legen wollten?

Buchtipp: Eselsweisheiten von K. Norobakov

von JT  

 Eigentlich wollte ich ein Buch mit einfachen Ã?bungen für die Augen. Bekommen habe ich ein ziemlich amüsantes, 500 Seiten starkes, Pamplet über faule Kranke, kranke Faule, eingebildete Kranke, kranke Einbildungen und über das Lächeln als universelles Allheilmittel. Norobakov meint das alles absolut ernst, auch wenn er seine Weisheiten und Genesungstipps für chronisch Kranke in grobhumorige Sätze fasst. Nun war mir bis zur Lektüre von “Eselsweisheiten” nicht klar, dass Altersweitsichtigkeit nicht nur eine Krankheit, sondern obendrein eine selbstverschuldete Krankheit ist. Nicht nur der Kranke ist faul, weil er nicht aktiv an seiner Genesung arbeitet, sondern auch die Augen, weil sie das Gucken jahrelang der Brille überlassen und dadurch verlernt haben, zu Fokussieren.

Es stehen durchaus brauchbare Lebensweisheiten in dem Buch. Dass man zum Beispiel nicht gesund werden kann, wenn man nicht wirklich daran glaubt. Oder dass jede Einzelne unserer Zellen ein Teil von uns ist und wir, da wir uns ja selbst lieben (die meisten tun das jedenfalls), auch diesen Zellen mit aller Liebe begegnen sollten, allen voran den kranken. Diese Erkenntnis zum Vorteil der Genesung hat sich ja mittlerweile auch in der Schulmedizin herumgesprochen.
 
Aber dass man nur mit einem Lächeln “von einem Ohr zum Anderen und bis hinter den Kopf”  in wenigen Tagen seine Weit- oder Kurzsichtigkeit los wird, dass halte ich für Mumpiz. Wie soll das gehen? Wie soll meine verkalkte Linse über Nacht zu einem elastischen Frischzelleneldorado mutieren? Laut Norobakov muss man seinen Augen “von innen zulächeln” und schon sieht man wieder besser. Eigentlich müsste ich mir denken, aha, wieder so ein esotherischer Affenkack, mit dem leichtgläubigen Weichhirnen das Geld aus der Tasche gezogen werden soll, aber so einfach ist das nicht. Denn Norobakov ist nicht nur
ein durch und durch studierter Mann und Kenner seiner Materie, er geniesst auch in der Fachwelt weissbekittelter Besserwisser einen achtbaren Ruf.
 
Egal, ich trainiere meine Augen jetzt mit einer 7 Euro Rasterbrille. Die sieht zwar scheisse aus und  verringert nicht meine Dioptrien, aber das Lesen mit ihr entlastet und entspannt die Augen, was sehr angenehm ist.  Das Buch von Norobakov betrachte ich eher als philosophisches Werk. Als sehr humoristisches obendrein. Es macht wirklich Spass zu lesen und nötigt einem immer wieder ein Lächeln ins Gesicht. Wenn das nur die Augen merken würden?

Low Cut Live 2009

von JT  

Weil ich immer mal wieder gefragt werde, was aus meiner Band Low Cut geworden ist, habe ich unser letztes Konzert mal auf erträgliche Länge geschnitten und online gestellt:

Low Cut Live 2009

Viel SpaÃ? :)

Nach England...

von JT  

… sollte er damit besser nicht fahren. Blitz-Krieg kommt da nicht so gut ;-)

Bus

(Foto aufgenommen vorm Bodemuseum in Berlin)

Wem Einer eine Reise tut

von JT  

Hamburger SV gewinnt gegen Borussia Dortmund 3:2. Kacke, ausgerechnet heute, am Samstag den 22. September, wo ich genötigt bin, über Uelzen und Stendal nach Berlin zu fahren. Denn was das bedeutet, weiss ich, es ist immer Dasselbe. Volltrunkene Fussballfans grölen sich durch die Zugabteile und lassen Jeden wissen, dass IHR Team gewonnen hat. “Wuwuseela.. Wuwuâ?Š Oleoleole” singen sie, ein Text, der nach postoperativer Resthirnerweichung klingt. Ausreichend aber, um selbst mit den verbliebenen vier Gehirnwindungen noch ein Dasein als Fussballfan fristen zu können.

Regionalbahn Lüneburg-Uelzen. Die attraktive Kartenknipserin ruft die johlende Meute zur Ruhe. “Sonst steigt ihr nächste Station aus". Das wäre Bienenbüttel. Kein Mensch auf dieser Welt will dort aussteigen, es sei denn, er ist Bienenbüttler. Der streng nach hinten gebundene Zopf der Zugbegleiterin verrät, dass diese Frau nichts durchgehen lässt. Kaum ist das eine Rudel Schrumpfhirne erstummt, beginnen auf der anderen Seite des Wagens, andere Fussballfans ein Lied anzustimmen. Auch ihnen wird gedroht, bei weiterer Lärmbelästigung im Norddeutschen Niemandsland ausgewildert zu werden. Das scheint diese Gruppe allerdings nicht zu schocken, sie SIND Bienenbüttler. Der Kasten Bier, den sie mitschleppen, klappert unüberhörbar beim Verlassen des Metronoms 127. Wuwuseelaâ?ŠWuwuâ?ŠOleleole!

Der Zug fährt weiter. “Wem Einer eine Reise tut” kommentiert eine Frau deixschen AusmaÃ?es diagonal gegenüber, in der Erwartung, dass andere Reisende ihr zustimmen, oder wenigstens Lächeln. Aber wenns den Anderen so geht wie mir, dann haben sie allenfalls Mitleid. Welches Tier gebärt Junge, mit dem Aussehen von Menschen und dem Wortschatz eines Fischotters? Fahrt von Lüneburg nach Uelzen und ihr werdet es vielleicht erfahren.

Endlich Uelzen. Weil die Bahn wie immer verspätet ist, muss ich im
Eiltempo vom Gleis 103 nach 302. Das ist in Uelzen gar nicht so einfach, denn hier steigen alle um. Hamburg-Hannover, Hamburg-Berlin, Hannover-Salzwedel. Der Bahnhof ist für diese Kapazität an Umsteigern nicht ausgelegt. Die Treppen zu dem unterirdischen Verbindungstunnel sind klaustrophobisch eng und die Fahrstühle gefährlich überfüllt. Nicht immer wartet der Zug nach Stendal, meiner nächsten Station auf der Reise. Zunächst schaue ich wo die Fussball-Honks einsteigen, um dann in dem am weitesten entfernten Wagon Platz zu nehmen.

Platz mit Steckdose, wie es sich für einen Notebookreisenden gehört. Stecker eingestöpselt und Mac-Air angeschaltet. Das ultraflache Filmguckgerät startet zwar, aber vom Akku. Steckdose ist bahntypisch ausser Betrieb. OK, egal, ist ja noch genug Strom gespeichert. Zwei Asiaten nehmen gegenüber von mir Platz. Eigentlich sind es vier, aber die anderen beiden setzen sich zwei Reihen weiter vorne hin. Da sie miteinander reden und zueinander Winkewinke machen, lege ich das freundlichste Lächeln auf, zu welchem ich fähig bin und signalisiere mit einer eindeutigen Geste, dass ich mich woanders hinsetzte, damit sie zusammensitzen können. Ich packe Rechner und Rucksack und begebe mich an den Tisch gegenüber, Stöpsel den Mac wieder ein und stelle fest, dass auch hier die Steckdose tot ist.

Derweil sind auch die verbliebenen Asiaten von meinem alten Tisch aufgestanden, um ebenfalls im vorderen Teil des Wagens Platz zu nehmen, dort wo ihre Kumpels sitzen. Was ist falsch gelaufen, frage ich mich? Habe ich vielleicht falsch gelächelt? Weiss man doch, dass in den asiatischen Sprachen feinste Tonhöhenunterschiede bereits zu völlig gegensätzlichen Bedeutungen führen können. Vielleicht hat mein Lächeln signalisiert “verpisst euch, ihr reudigen Reisfresser, oder ich werde zum bösen, deutschen Nazi-Werwolf” ? Ich werde es nie erfahren. Und da ich lieber in Fahrtrichtung sitze, finde ich mich wieder an meinem alten Platz ein, packe den Rucksack inklusive Notebook in
die Ablage über mir und begebe mich zur Toilette.

Auf dem Weg zum Klo muss ich durch den Wagen mit den HSV-Fans. Erstaunliche Ruhe, alle sind am Pennen. Das heisst, fast alle. Zwei sind noch in der Lage, satzähnliche Konstrukte zu artikulieren, der Rest ist dem Alkoholkonsum erlegen. “Stendal müssema rus". “Ah.. ja..Schendal".

Klo dreckig, war auch nicht anders zu erwarten. Ein Unternehmen, welches noch nicht einmal in der Lage ist, Steckdosen mit Strom zu beschalten, ist mit dem Reinigen von Toiletten zwangsläufig überfordert. Nur im Erhöhen der Fahrpreise ist auf die Bahn Verlass. Auf dem Rückweg schläft auch der Rest. Noch 20 Minuten bis “Schendal". Ich hoffe Jemand weckt sie rechtzeitig.

Wie ich meinen Wagon betrete und mich setzten will, sind alle vier Plätze an meinem Tisch besetzt. Die vier Asiaten, welche sich davon gemacht hatten, haben sich’s dort jetzt bequem gemacht. Sie zeigen auf mein Gepäck. Danke, denke ich, das werde ich natürlich rübernehmen. Keine Ahnung, ob das ein schlauer Trick war, um eine Langnase wie mich zu überlisten, oder ob sie verspätet meiner Einladung dort Platz zu nehmen doch noch gefolgt sind? Aus Asiaten werde ich nicht schlau. Und Lächeln werde ich in ihrer Gegenwart lieber auch nicht mehr. Ehe ich mich versehe, bin ich mit einer von ihnen verheiratet oder werde zum Sushi eigeladen? Ich mag nämlich kein Sushi, weil ich keinen Reis mag. Fisch gerne und in Unmengen, zur Not auch roh, aber bitte keine kleinen, weissen, nach Nichts schmeckenden Mäuseködel!

Endlich komme ich dazu, den Film zu schauen. “People like us". Fängt schon mal gut an. Gerade wird’s spannend, da kommt das Bahnsweetheart und will nicht nur meine Fahrkarte, sondern auch die dazugehörige Bahncard sehen, obwohl bereits drei Stempel auf der Fahrkarte sind. Scheint ihren Kolleginnen und Kollegen wohl nicht zu trauen? “Sagen sie, gibt es eine Möglichkeit, die Steckdosen anzuschalten?", frage ich. “Die Steckdosen sind angeschaltet. Verbraucht ihr Computer
vielleicht mehr als 120 Watt?". “Nein", entgegne ich. “18 Watt. 120 Watt verbrauchten Notebooks vor ca. 120 Jahren, jedenfalls haben das Archäologen herausgefunden". “Ich sehe, was ich machen kann". Sie lächelt professionell und schwebt davon. Eindeutig kein Junges von einem Paarhufer. Auf ihre coole Art sogar süÃ?.

Mit 10 Minuten Verspätung in Stendal angekommen, steigt der halbe Regionalzug aus. Alle wollen nach Berlin, bis auf die besoffenen Stendaler, doch die steigen nicht aus. Ich begebe mich zum Knipser-Sweetheart um ihr zu sagen, dass im letzten Wagen etwa sechs Jungs besoffen vor sich hin dämmern, die eigentlich in Stendal aussteigen wollten, als sie in ihre Pfeife trillert und die HSV-Jünger weiter Richtung Halle schickt. Jetzt tun sie mir sogar leid. Ich schlendere in die Bahnhofshalle, der Zug nach Berlin hat ebenfalls Verspätung.

Stendal hat einen Bahnhof, wo man nicht tot überm Zaun hängen will. Die Bahnhofshalle hat Sommer wie Winter nur bis 21 Uhr geöffnet. Im Sommer ist das OK, aber im Winter bei minus 15 Grad auf dem eisigen Bahnsteig auf den fast immer verspäteten Zug nach Berlin zu warten, hat was von sibirischem Straflager. Es gibt allerdings einen Bahnhof, der Stendal noch toppt. Büchen. Die ehemalige Grenzstadt hat noch nicht einmal eine Bahnhofshalle, geschweige denn Zäune, über die man tot hängen kann. Und das, obwohl auch Büchen ein stark frequentierter Umsteigebahnhof ist. Nur ein griechisches Restaurant gibts dort in Bahnhofnähe, welches an den vielen, wartenden Reisenden so gut verdient, dass es sich leisten kann, schlechtes Essen zu servieren.

Der IC-148 von Stendal nach Berlin ist wie immer proppenvoll. Dennoch finde ich einen Platz und der hat, Yeah, eine Steckdose. Und die geht, Yippi-Yeah, ebenfalls nicht. In mir steigt die Angst auf, dass etwas mit meinem Rechner ist. So ein beschissenes Netzteil für den Mac kostet schlappe 60 Euro. Ja, 18 Watt, die müssen erstmal hergestellt werden! Da immer noch genug Strom in dem Flachmann ist, schaue
ich weiter auf Akku. Der Film ist wirklich sehr gut, läuft sogar, glaube ich zumindest, noch in den Kinos.

Die kurze Fahrt von Stendal nach Berlin verläuft fast unproblematisch. Fast. Denn so wie man immer das Pech hat, an der Kasse anzustehen, wo es am längsten dauert, hatte ich mal wieder das Pech in einem Wagon zu sitzen, wo die Türen sich nicht öffnen lassen. Da der Zug nur kurzen Aufenthalt in Berlin hat, um dann weiter nach Dresden zu fahren, zwängt sich der halbe Wagoninhalt eilig in den Nachbarwagen, um dann dort den Weg ins rettende Freie zu finden.

“Wem Einer eine Reise an-tut", denke ich und schäme mich für mein vorschnelles Urteil über die Fischotterfrau. Hat doch nur zwei Buchstaben vergessen. Zuhause angekommen packe ich als erstes das Notebook aus, um den Film zuende zu sehen. Stecker in die Dose - geht! War klar, bin ja auch nicht die Bahn ;)

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