Wer macht eigentlich unsere Nachrichten?

von JT  

Die Frage ist berechtigt, denn gerade in jüngster Zeit fällt im Zusammenhang mit der Ukraine-Berichterstattung eine auffällige Gleichschaltung der Medien auf. Da drängt sich die Frage auf, wie so etwas passieren kann, wo wir doch in einem Land leben, dass sich mit freier und unabhängiger Presse rühmt?


Blick in eine Nachrichten-Redaktion
Zunächst einmal muss man einen Blick in eine typische Nachrichten-Redaktion werfen, zum Beispiel der eines Fernsehsenders. Kernstück einer solchen Redaktion ist ein Redaktionssystem, welches mit den wichtigsten Nachrichtenagenturen verbunden ist und die Journalistinnen und Journalisten permanent mit den neuesten Meldungen versorgt, sowohl in Textform, als auch in Bildern. Da der Zeitdruck sehr hoch ist, da man ja angehalten ist, stündlich zu aktualisieren, bleibt kaum Zeit für eigene Recherchen, geschweige denn zur Überprüfung der Agenturmeldungen.

Als ich noch Publizistik studierte, wurde mir eingetrichtert, jede Textzeile auf seine Wahrheit zu überprüfen, kritisch mit seinem eigenen Wort zu sein, nur komplett verifizierte und wasserdichte Texte rauszugeben. Das ist heute anders. Die Informationen aus den Agenturmeldungen werden nicht selten 1:1 übernommen (inkl. der Bilder) und wenig später, ohne Überprüfung, ohne Hintergrundrecherche, "On Air" geschickt (weswegen wir auf allen Kanälen nahezu die gleichen Bilder und Beitragstexte haben).


Doch wer sind diese Agenturen und wem gehören sie?
Die meistgenutzten (abonnierten) Agenturen in Deutschland sind REUTERS und AP/APTN (Associated Press). Anhand von REUTERS will ich im Folgenden aufzeigen, wer wirklich unsere Nachrichten macht.

 

Wem gehört Reuters?

Die weltweit größte und einflussreichste Nachrichtenagentur REUTERS gehört größtenteils der kanadischen Thompson Corporation mit Sitz in New-York. Ihr Chairman, Pehr Gyllenhammar, ist gleichzeitig vice chairman bei der N M Rothschild & Sons Limited. Weitere Shareholder sind die Barclays plc, deren Chairman Marcus A.P. Agius ist. Seine Ehefrau ist die Tochter von Edmund de Rothschild. Des Weiteren hat die Capital Group Companies Anteile an Reuters, deren Direktor Steven M. Rothschild ist. Als dritter Sharholder wird die Legal & General Group plc genannt, die wiederum zu 5.4% der von Rothschild geführten The Capital Group Companies gehört.


Die
Thompson Corporation aus Kanada bestimmt somit nicht unwesentlich unsere Nachrichten.

Wie weit der Einfluss des
Finanzgiganten Rothschild (USA) dabei reicht, ist lediglich spekulativ. Allerdings liegt es nahe, dass der privilegierte Zugang zu Nachrichten aus aller Welt ihnen geschäftliche Vorteile bringt, da man seiner Konkurrenz - zumindest in Sachen Informationen - immer einen Schritt voraus ist.

Fuck you Coca-Cola!

von JT  

Was haben Nestlé und Cocal-Cola gemeinsam?

Richtig, sie kaufen weltweit Wasser-Schürfrechte auf und verkaufen der enteigneten Bevölkerung deren Trinkwasser in umweltfeindlichen Plastikflaschen zurück, zu weit überteuerten Preisen. Jetzt wittert Coca-Cola offenbar, dass sie ein Imageproblem bekommen. Daher haben sie sich diese Kampagne ihrer Wassermarke Glacéau ausgedacht, verbreitet u.A. über inhabit.com, einer Seite, die neue umwelfreundliche und alternative Techniken vorstellt.

Sie sollten sich schämen, die Wasserdiebe von Nestlé und Coca-Cola. Anstatt mit dumm-dreisten Imagekampagnen wie dieser von CC auf die noch größere Dummheit der Konsumenten zu bauen, sollten sie den vom Taifun Haiyan schwer getroffenen Philippinos lieber ihr zusammengeraubtes Wasser schenken und RICHTIGE Lampen spenden.

Wer immer sich bei Coca-Cola diese Image-Kampagne ausgedacht hat, er oder sie sollte besser den Job wechseln. Für gute Werbung braucht man nämlich Hirn.

ADS/ADHS eine Krankheit der Gesellschaft, nicht der Kinder ?

von JT  

Zappelphillippe werden sie genannt, schwer erziehbar, Unruhestifter. Dabei sind sie gerade mal wenige Jahre auf dieser Welt, eine Welt, die neugierig macht, die es aus Sicht des Kindes zu entdecken und auch mal zu besiegen gilt. Aber in der heutigen Zeit haben Kinder kein Recht mehr auf Siege. Kein Recht mehr, NICHT stillsitzen zu wollen, weil sie viel lieber das Leben entdecken- oder Spielen-, ihre Grenzen ausprobieren- oder sich mit vermeintlichen Autoritäten messen wollen. Das machen kleine Rebellen eben so, die, die das Glück haben, unangepasst zu sein. Denn SIE sind es oft später, die Neues hervorbringen, die Welt verändern oder sie mit großartigen Kunstwerken verschönern. Sie, nicht die Gehorcher und Stillsitzer! Jüngst las ich, dass Albert Einstein bis zum 9. Lebensjahr nicht richtig sprechen konnte und seine Eltern sich deshalb Sorgen machten, dass er zurückgeblieben sei. Heute hätte ein Albert Einstein keine Chance mehr. Sein Genie würde schon im Keim erstickt, sein Geist in einer Sonderschule verkümmern. Auch andere geniale Entdecker, Maler und Musiker galten als schwiederig, unruhig oder schwer erziehbar (Mozart, Newton...). Man hatte sie aber einfach gelassen. Es war ganz sicher lästig und anstrengend, aber galt nicht als krank! Heute dagegen würde man sofort ADS/ADHS diagnostizieren und sie mit Neuro-Psychopharmaka wie Ritalin vollpumpen. Ein Mittel, das zwar nicht körperlich abhängig macht, aber im dringenden Verdacht steht, psychisch abhängig zu machen. Ein "Medikament", welches zudem mit einer Vielzahl von erwiesenen Nebenwirkungen behaftet ist, von denen jede Einzelne z.T. das Potential einer Krankheit hat. (Die Langzeitnebenwirkungen sind noch gar nicht erforscht.)

Kinder sind Energiebündel, kleine, bis zum Überlaufen mit Lebensenergie gefüllte Akkus. Diese Energie braucht ihren Platz, die will raus, die will sich entfalten. Wo aber soll sie hin, in einer Zeit, in der Individuen nicht mehr individuell sein dürfen, in der bereits im Kindesalter nur noch Leistung und Gesellschaftskompatibelität gefragt und antrainiert werden? Eine Zeit, welche Genies in Sonderschulen steckt, oder sie mit Chemie ruhigstellt, zum Wohle von Pharmakonzernen wie Novartis, welche 1,7 Milliarden Euro Umsatz mit Ritalin pro Jahr machen, Tendenz steigend (wahrscheinich auch, weil es aufgrund seiner Psychostimulanz gerne als legaler und billiger Kokainersatz gehandelt wird).

Ich hatte das Glück, meine Kindheit in den 60ern zu verbringen. Anstatt dem medialem Overkill durch 120 TV-Kanäle, Internet, Wii, Playstation und Computergames zu frönen, verbrachte ich einen Großteil meiner Freizeit in Wäldern oder an Seen. Ich fuhr bis zu 70Km am Tag mit dem Rad, einfach nur so, weil mein bis zum Rand gefüllter Akku mir das befahl. Zuhause konnte ich mich obendrein in der Bildhauerwerkstatt meines Vaters austoben, aus Ton unzählige Figuren formen oder mit Hammer und Pickel aus Kupferblech nicht immer nützliche Gegenstände treiben. Doch all das reichte manchmal nicht. Es war nicht selten immer noch zuviel Lebensenergie da, zum Leid so mancher Lehrer. Aber auch die schleiften mich deswegen nicht zum Psychologen, sondern gingen mit mir und anderen unsteten Geistern auf den Sportplatz, oder in den Musikraum, um herauszufinden, ob es nicht irgendwelche Instrumente gab, an welchen wir uns ausprobieren wollten. So lernte ich schliesslich mit 13 Jahren Trommeln (sogar nach Noten) und finanzierte später mein Kommunikations-Wissenschaft, Informatik- und Journalistik-Studium damit.

Es war einfach eine andere Zeit. Kindern gegenüber war man offenbar toleranter, nachsichtiger. Viele Lehrer waren robuster, ausdauernder und geduldiger, als heutige Lehrer. Vielleicht waren sie aber auch einfach nur besser ausgebildet? Jedenfalls wäre keiner auf die Idee gekommen, ein Kind, nur weil es nicht gehorcht, weil es unkonzentriert und lebhaft ist oder unsinnige Dinge anstellt, gleich krank zu schreiben und mit Psychopillen vollzustopfen. Es war schlicht und einfach normal, dass Kinder so sein können! Man wusste offenbar instinktiv auch um die Vorteile einer solchen Persönlichkeit und auch, dass das irgendwann wieder vorbei sein kann.

Nach heutigen Maßstäben hatte ich als Kind eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) par excellence. Wäre ich 40 Jahre später geboren worden, wäre aus mir wahrscheinlich nicht das geworden, was ich heute bin. Ich danke aber dem Leben, dass es mich nicht in eine so kinderfeindliche Zeit geboren hat, sondern in eine Zeit, in der Kinder noch Kinder sein durften. Eine Zeit, in der es noch Fächer wie Musik, Werken und Schwimmen gab, gleichberechtigt neben Mathe, Physik und Chemie (Fächer, die 98 Prozent der Bevölkerung im späteren Leben nicht brauchen). Eine Zeit, in der es nicht nur darum ging Menschen heranzuzüchten, die später der Mehrung des Bruttosozialproduktes dienlich sind. Eine Zeit, in der vielleicht auch Eltern anders waren, robuster, ausdauernder, geduldiger? Und ich danke meinem Vater, dass er sich sehr lange geweigert hatte, einen Fernseher anzuschaffen!

Denn wahlloses Glotzen verblödet. Die RTL- und Pro7-Junkies mit dem IQ einer Küchenschabe könnten ein Lied davon singen. Könnten - wenn sie Musikunterricht gehabt hätten!

Umbauschäden (Blog)

von JT  

Liebe Leserinnen und Leser meines Blogs,

der Blog ist umgezogen und beim Umzug sind einige Buchstaben verloren gegangen, bzw. sind nicht mehr identifizierbar. Ich werde die Beiträge alle überarbeiten und reparieren, das kann allerdings eine Weile dauern. Wer also "â??PaÜt!â??" liesst, braucht ein bisschen Fantasie um zu erkennen, dass es eigentlich "hey, schöne Frau, wie war ihr Tag?" heißen soll ;)

Best, Jens

Wenn Firmen in Sachen Social-Media versagen

von JT  

Die Aufgabenstellung beim "I'm so...Bananas" Fotowettbewerb von S.Oliver war eigentlich sehr einfach und unmissverständlich: "Zeig wie einzigartig Du bist". Teilnehmen konnte man mit einem Foto oder Video, zu gewinnen gab es die Erfüllung eines Wunsches im Wert von 10.000?. Beispielbilder von bunt gestylten Models sollten den Teilnehmern zeigen, was gemeint ist.

Aufgabenstellung


Die Jury handelte schnell. Am 6.6.2013 war nicht nur Einsendeschluss, sondern auch der Tag der Siegerverkündung. Doch wer hier das Siegerfoto erwartet hatte, wie es bei Fotowettbewerben üblich ist, der wurde enttäuscht. Lediglich Name und Stadt der Gewinnerin wurden bekannt gegeben.

Gewinnerin


Obendrein schrumpfte S.Oliver die einstige Galerie von 1248 Teilnehmern runter auf magere150, das Siegerfoto ist bei dieser sinnfreien Auswahl nicht dabei. Keine Chance also, das Gewinnerbild  zu bewundern? Doch! Aber nur, weil ein aufmerksamer User auf der Facebookseite von S.Oliver die Url des Siegerbeitrages veröffentlicht hat. Und dieses Foto hatte mit der Aufgabenstellung des Wettbewerbs absolut nichts zu tun. Zu sehen war ein gebasteltes Holzfloss mit Playmobilfiguren, eine Packung Bresso-Käse und ein Segel mit der Aufschrift "Bresso":

Gewinnerbild


Wäre das Thema "Zeig uns deinen Lieblingskäse" gewesen, hätte wohl keiner was gesagt, aber die Aufgabenstellung hieß, ich wiederhole, "Zeig wie einzigartig Du bist". Thema voll verfehlt kann man da nur sagen und dabei gab es zahlreiche, wirklich gute, z.T. perfekt zum Thema passende Fotos, die aber alle chancenlos blieben. Eine Anfrage eines Users über Facebook, warum denn das Siegerbild nicht gezeigt wird, blieb ebenso unbeantwortet, wie die Frage eines anderen Users, warum denn ein Bresso-Bild gewonnen hat? Offensichtlich war S.Oliver auf die Bekanntgabe des völlig verfehlten Gewinnerfotos nicht vorbereitet gewesen.

S.Oliver dürfte bei diesem Fotowettbewerb so ziemlich alles falsch gemacht haben, was man nur falsch machen kann. Erst sinnloses, leicht zu manipulierendes Voting, um in die Schlussauswahl zu gelangen. Dann die Wahl eines Siegerbildes, welches völlig am Thema vorbeiging, gefolgt von der Weigerung das Gewinnerfoto zu veröffentlichen. Und schlussendlich, als Krönung sozusagen,  die nicht stattfindende Kommunikation mit zu Recht verwunderten Usern und Teilnehmern. Allein das Nichtbeantworten von Fragen ist ein absolutes No-Go im Social-Media Umfeld. Wer immer diesen Wettbewerb zu verantworten hat, der Mangel an Kompetenz ist nicht zu übersehen. Alles was S.Oliver in Sachen Social-Media auf Facebook und Twitter derzeit zu bieten hat, sind Werbeanzeigen für neue Produkte. Statt Kommunikation und Austausch mit den Usern, nur Claims und bunte Bildchen. DAS hat aber mit zeitgemäßem Social-Media nichts zu tun.

Wer den Dialog mit den Userinnen und Usern auf Facebook & Co. vernachlässigt, hat verloren und zwar nachhaltig. Und wer seine Fans mit schlecht betreuten (fingierten?) Gewinnspielen (ent-)täuscht, erst recht.Werbeagenturen sollten aufhören, die Sparte Social-Media  ihren gerade dem Minderjährigenalter entwachsenen PraktikantInnen zu überlassen. Das kann böse nach hinten losgehen. 


Hier ein paar gelungenere Beiträge zum s.Oliver-Wettbewerb:

gelungenere Beispiele

Von Gottesanbetern, Fliegen und Fröschen

von JT  

Auf einer meiner zahlreichen Zugfahrten wurde ich unfreiwillig Teilnehmer einer Diskussion. Ein Vierertisch mit Mitgliedern einer Kirchenorganisation reiste gen Osten und diskutierte lebhaft über Gott den Sinn des Lebens. Ich halte nicht viel von solchen Diskussionen, weil nicht diskutiert, sondern wiedergekäut wird. Antworten, eintrainiert in zahllosen Gehrinwäscheabenden im Jugendzentrum der Kirche. “Glauben Sie an Gott?” wurde ich auch prompt gefragt. Höflich, wie ich bin, entgegnete ich: “Auf jeden Fall. Hab ihm erst letzte Woche ne Mail zukommen lassen, wo ich ihn ermahnte, endlich mal Verantwortung zu zeigen, für das Elend hier auf der Erde". Ich dachte, ich hätte mit dieser Totschlagantwort gleich wieder Ruhe, um meinen Film weiter zu sehen, aber denkste. Das waren Hardkore-Jesus-People (ich weiss, es wird anders geschrieben, aber die Sicherheitsregeln verbieten Hardkore mit “c") und jetzt legten sie erst richtig los (ein Opfer, ein Opfer! Der Herr hat uns ein Opfer geschickt!!).

Zuerst versuchten sie, mit Logik meine Zweifel an Gott zu zerstreuen. Einer von ihnen erklärte in bestem Schulmeisterton, dass, wenn die Einzelteile einer Sache Sinn machten, es doch logisch sei, dass auch die Sache ansich Sinn mache? Deshalb gäbe es einen Sinn des Lebens und der führe zu Gott. Als Beispiel diente die arme Fliege und der Frosch. Die Fliege mache Sinn, weil sie dem Frosch als Nahrung diene. Der Frosch wiederum mache Sinn, weil er dem Storch als Nahrung diene. “Und der Storch macht Sinn", unterbrach ich, “weil er die Kinder bringt". “Der Storch macht Sinn", so eine etwas beleidigt wirkende Jüngerin, “weil er uns Freude bringt und somit Kraft. Gott will, dass es uns gut geht!".  “Ob er auch will, dass es all denen gut geht, die nicht das Glück haben, im Storchenparadies zu leben? Oder denen, die gerade massakriert oder gefoltert werden? Oder denen, die an einer üblen Krankheit leiden?", fragte ich, ohne wirklich an eine Antwort zu glauben, die nicht das Resultat ausdauernden Drills im Jesus-Camp ist. “Vielleicht haben diese Menschen gesündigt und das ist jetzt ihre Strafe?", säuselte es kirchenkonform vom Viererertisch. ” Ich packte meine Sachen und stieg innerlich den Kopf schüttelnd in den IC nach Berlin um.

Zuhause dachte ich darüber nach, warum mich solche Fundies so nerven. Es ist nicht meine Aversion gegen idiotische Vorschriften, wie auch der, dass man als glaubender Mensch nur das glauben darf, was einem die Kirche vorschreibt, egal welcher Konfession. Es ärgert mich, wenn Menschen beabsichtigen, meine Intelligenz zu beleidigen. Wenn sie mir tatsächlich ihre kindlichen Vorstellungen von Gott und der Welt unterzujubeln versuchen. Allen Gottesanbetern scheint Eines gemeinsam: Eine geradezu bemitleidenswerte Naivität. So auch diesen jungen Menschen. Dabei ist es doch ein Leichtes, sich eigenständig und aus sich heraus ein Bild von Gott und der Welt zu machen, das sich unter Umständen von denen Anderer unterscheidet? In einer Welt, die es irgendwann mal möglich macht, durch Triggern entsprechender Nervenbahnen, völlig neue, individuelle Realitäten zu schaffen - basierend auf dem Fakt, dass die Realität, wie wir sie wahrnehmen (sehen, fühlen, hören, riechen, schmecken), nichts weiter ist, als die Summe von Nervenimpulsen - es sogar nahe liegt, an Gott zu glauben, auch weil unsere zunehmende Entdeckung des Universums einen Zufall immer unwahrscheinlicher und einen Gott somit immer wahrscheinlicher werden lässt.

Dabei ist es selbstverständlich egal, ob ein, zwei oder eine Vielzahl von Göttern. Die klassische Welt war da schon deutlich weiter, viel toleranter und moderner. Aber was soll nach 2000 Jahren Unterdrückung und Domestizierung durch Kirche und Staat noch übrigbleiben, vom eigenen, freien Geist, der sich nicht vorschreiben lässt, was er denkt und glaubt? Allein die Tatsache, dass mehr Aufmerksamkeit in die Wahl eines neuen Papstes gesteckt wird, als in die Massenhinrichtungen und -Morde in den aktuellen Krisengebieten zeigt, dass, wenn es einen Gott gibt, er endlich Hirn und Demut vor dem Leben regnen lassen sollte.

Sollte jedenfalls MIR jemals Gott begegnen, werde ich mein Statement wiederholen. “Hi Alter, schön dich genialen Geek endlich mal persönlich kennen zu lernen. Aber bei aller Liebe zu deiner Schöpfung, du solltest langsam mal lernen, Verantwortung zu zeigen. Dein Ebenbild zerstört die Erde und massakriert sich gegenseitig, z.T. in deinem Namen, und du schaust dabei zu, als ginge es dich nichts an!”

Sollte Gott diesen Blog zufällig lesen, ist er zumindest gewarnt ;)

Kabel Dummland, oder das Abenteuer sich von Anfängern einen Internetanschluss legen zu lassen

von JT  

 Internetanschluss bei Kabel Deutschland bestellt. Wenige Tage später Mail von Kabel Deutschland, dass das “Paket” zu mir unterwegs sei. Mail an Kabel Deutschland, welches Paket denn unterwegs sein soll, habe noch nicht mal einen Kabelanschluss?

Keine Reaktion von Kabel Deutschland.

Nach 14 Tagen erneute Mail von Kabel Dummland, dass jetzt alles geliefert worden sei und ich den Router anschliessen könne. Ein Link zum HowTo-Video anbei. 

Ich schreibe erneut an Kabel Deutschland,  dass  weder ein Router bei mir angekommen ist, noch ein Kabelanschluss existiere, an den ich einen Router hätte anschliessen können, das müsse Kabel Deutschland doch bekannt sein?

Keine Reaktion von Kabel Deutschland.

Wenige Tage später spamartige Aufforderung von Kabel Deutschland, per Mail und SMS, ich möge endlich meinen Router anschliessen, sonst könne man mein Internet nicht freischalten.

Morgen werde ich beim Kabel Kinderland anrufen und mich durch ein 3 minütiges Sprachmenü durchkämpfen,  um dann einer völlig unwissenden und überforderten Callcenter-Chika im Erstklässler-Einschulungsdeutsch (um ja sicher zu gehen, dass man mich diesmal versteht) zu erklären, dass der Verein, für den sie leider arbeitet, besser auf dem Wochenmarkt heisse Maronen
verkaufen sollte, als Internet und Telefon Komplettpakete.

Update: Kabel Dummland Teil 2:

Nachdem Kabel Dummland es irgendwann kapiert hatte, dass sie uns erstmal einen Kabelanschluss LEGEN müssen, bevor sie diesen dann mit Internet beschalten können, haben sie uns 14 Tage später den Auftrag storniert, mit der Begründung, wir hätten uns ja nicht mehr bei ihnen gemeldet !? Muss man sich bei Kabel Dummland 1x pro Woche melden, um sie daran zu erinnern, dass sie uns einen Kabelanschluss legen wollten?

Buchtipp: Eselsweisheiten von K. Norobakov

von JT  

 Eigentlich wollte ich ein Buch mit einfachen Übungen für die Augen. Bekommen habe ich ein ziemlich amüsantes, 500 Seiten starkes, Pamplet über faule Kranke, kranke Faule, eingebildete Kranke, kranke Einbildungen und über das Lächeln als universelles Allheilmittel. Norobakov meint das alles absolut ernst, auch wenn er seine Weisheiten und Genesungstipps für chronisch Kranke in grobhumorige Sätze fasst. Nun war mir bis zur Lektüre von “Eselsweisheiten” nicht klar, dass Altersweitsichtigkeit nicht nur eine Krankheit, sondern obendrein eine selbstverschuldete Krankheit ist. Nicht nur der Kranke ist faul, weil er nicht aktiv an seiner Genesung arbeitet, sondern auch die Augen, weil sie das Gucken jahrelang der Brille überlassen und dadurch verlernt haben, zu Fokussieren.

Es stehen durchaus brauchbare Lebensweisheiten in dem Buch. Dass man zum Beispiel nicht gesund werden kann, wenn man nicht wirklich daran glaubt. Oder dass jede Einzelne unserer Zellen ein Teil von uns ist und wir, da wir uns ja selbst lieben (die meisten tun das jedenfalls), auch diesen Zellen mit aller Liebe begegnen sollten, allen voran den kranken. Diese Erkenntnis zum Vorteil der Genesung hat sich ja mittlerweile auch in der Schulmedizin herumgesprochen.
 
Aber dass man nur mit einem Lächeln “von einem Ohr zum Anderen und bis hinter den Kopf”  in wenigen Tagen seine Weit- oder Kurzsichtigkeit los wird, dass halte ich für Mumpiz. Wie soll das gehen? Wie soll meine verkalkte Linse über Nacht zu einem elastischen Frischzelleneldorado mutieren? Laut Norobakov muss man seinen Augen “von innen zulächeln” und schon sieht man wieder besser. Eigentlich müsste ich mir denken, aha, wieder so ein esotherischer Affenkack, mit dem leichtgläubigen Weichhirnen das Geld aus der Tasche gezogen werden soll, aber so einfach ist das nicht. Denn Norobakov ist nicht nur
ein durch und durch studierter Mann und Kenner seiner Materie, er geniesst auch in der Fachwelt weissbekittelter Besserwisser einen achtbaren Ruf.
 
Egal, ich trainiere meine Augen jetzt mit einer 7 Euro Rasterbrille. Die sieht zwar scheisse aus und  verringert nicht meine Dioptrien, aber das Lesen mit ihr entlastet und entspannt die Augen, was sehr angenehm ist.  Das Buch von Norobakov betrachte ich eher als philosophisches Werk. Als sehr humoristisches obendrein. Es macht wirklich Spass zu lesen und nötigt einem immer wieder ein Lächeln ins Gesicht. Wenn das nur die Augen merken würden?

Low Cut Live 2009

von JT  

Weil ich immer mal wieder gefragt werde, was aus meiner Band Low Cut geworden ist, habe ich unser letztes Konzert mal auf erträgliche Länge geschnitten und online gestellt:

Low Cut Live 2009

Viel Spaß :)

Nach England...

von JT  

… sollte er damit besser nicht fahren. Blitz-Krieg kommt da nicht so gut ;-)

Bus

(Foto aufgenommen vorm Bodemuseum in Berlin)

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