In vielen Bereichen wird schon darüber gesprochen, dass die Smartbrille das Smartphone ablösen soll. Ein konsequenter Schritt. Brillenträger könnten vielleicht darauf hoffen, dass die Fehlsichtigkeit damit automatisch ausgeglichen werden.

Das Display ist dann natürlich direkt vor dem Gesicht und damit riesig. Quasi das gesamte Sichtfeld. Auch wieder für fehlsichtige Menschen eine sehr gute Nachricht. Bücher lesen ist nun kein Augen zusammenkneifen, Lampe einschalten, Hände und Arme abstützen. Musikhören ohne zusätzliche Kopfhörer, da die Bügel direkt im Ohr enden.

Der Routenplaner markiert direkt die Abbiegungen vor uns oder die Häuser deren Adresse wir ansteuern. Beim Einkaufen wird direkt der Preisvergleich eingeblendet, wo es billiger ist, oder ob das Päckchen Kräuter direkt online bestellt werden soll. Push Nachrichten gleich eingeblendet. Mit Augengesten nach rechts gleich weggewischt. Auch Kopfgesten steuern die Brille. Starten Apps, bestätigen Updates, schalten Werbung weiter.

Sensoren im Bügel bei den Ohren und auf der Nase messen Außentemperatur, Luftfeuchtigkeit, melden das an die Wetterdienste, analysieren die Geräusche rundherum um festzustellen wie viel hier gerade los, um das an Google Maps für den neuen Fußgängerzonen Stauwarner zu melden. Aufgefangene Gespräche mit Reizwörtern werden zur Analyse an den Staatsschutz weiter übermittelt. Lustige Phrasen schaffen es in einen der neuen generierten Podcasts “Zufällige Straßengespräche”. Manchmal schaffen es auch Sätze aus Privatwohnungen, wenn die die Toilettenspülung ein wenig klingt wie eine Straße.

Körperfunktionen, Stresslevel und Herzschlag werden überwacht und die Krankenkassen übermittelt. Wer sich nicht aufregt, bekommt Treueherzen und eine Zahnbürste gratis am Ende des Jahres, bevor das Konto wieder auf Null zurückgesetzt wird. Bei Dauerhaften Stresslevel wird ein Besuch beim Arzt verordnet und lokale Yogastudios schicken Einladungen zu Schnupperkursen.

Die neue Funktion “Trigger Blocker” blendet ungewollte Schriftzüge oder Absätze aus der realen Welt aus, die Resilienzgründen entfernt werden. Da die neue Funktion noch nicht perfekt funktioniert besteht die Möglichkeit, dass Trigger entweder hervorgehoben, oder aber auch mit komplett anderen Aussagen ersetzt werden. Das Softwareupdate ist angekündigt.

Der Trigger Blocker funktioniert natürlich auch über das Kopfhörersystem. Es gibt die Funktionen entweder das integrierte Noise Canceling bei problematischen Aussagen und Reden zu nutzen, entspannende klassische Musik einzublenden oder eine KI generiert mit der selben Stimme einen neutralen Text, der diesen Trigger nicht enthält. Podcasts können so auch der eigenen Meinung angepasst werden, so dass das Stresslevel nicht ansteigt.

Neue Features mit Filter auf die Gesichter anderer Menschen anzuwenden, so dass die schöner aussehen sind auch angekündigt. Auch Spaßfilter, so dass alle wie Gollum, die Zahnfee, Gundula Gause, Markus Lanz oder Donald Trump aussehen.

Und das sind nur die ersten angekündigten vielversprechenden Anwendungen. Viele weitere werden folgen.

Schöne neue Welt.